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Der Dunkelheit trotzen – Infos und Tipps für eine erfolgreiche Nachtjagd

durch Philipp Bugert auf September 20, 2019

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Man könnte meinen, dass die Redensart „im Schutze der Nacht“ auch während einer Nachtjagd gut zu Tragen kommt. Im Jagdrevier angekommen stellt man dann jedoch meist nach kurzer Zeit fest, dass unter diesen Lichtbedingungen das gesamte Unterfangen deutlich erschwert wird und diese Art Tarnung während der Jagd kein Vorteil ist. Ist das Büchsenlicht nicht mehr ausreichend, lassen sich die Stücke meist schwieriger bejagen und zudem gestaltet sich auch das Ansprechen komplizierter. Der Jagderfolg schwindet langsam dahin und sorgt am Ende für reichlich Frust. Mit der richtigen Herangehensweise und einer passenden Nachtjagdausrüstung muss es keineswegs so weit kommen. Die hohen Anforderungen der Nachtjagd lassen sich unter Einhaltung diverser Punkte hervorragend erfüllen. Wolfgangs gibt nützliche Infos und Tipps.

Auch bei Dunkelheit richtig Ansprechen

Verläuft das Ansprechen bei Tageslicht meist unkompliziert und schnell, so kann es das eigene Können während einer Nachtjagd schon deutlich stärker herausfordern. Die zahlreichen Unterscheidungsmerkmale des Wilds lassen sich nicht klar ausmachen, sodass man im Dunkeln vor einer großen Hürde steht. Nicht immer hat man nachts das Glück, von dem hellen Leuchten des Mondes zu profitieren und selbst wenn der Mond seine ganze Strahlkraft zur Geltung bringt, erkennt man meist nur die groben Silhouetten. Auch das Abschätzen des Wildbretgewichts kann unter diesen Bedingungen kompliziert sein. Entdeckt man bei guten Lichtverhältnissen eine Rotte, so kann man die Stücke direkt untereinander vergleichen umso besser auf das Gewicht schließen zu können. Dieser Luxus fällt bei Nacht meist komplett weg. Auch die Beurteilung der Entfernung kann problematisch sein.

Die Ermittlung der Entfernung und des Gewichts lässt sich mit Hilfe eines Tricks auch bei Dunkelheit gut bewerkstelligen. Bei der Kirrjagd beispielsweise, bietet es sich hervorragend an auf einen Vergleichsgegenstand zu setzen, um anhand dessen die Größe des Wildkörpers vergleichen zu können. Ausreichend große Kirrkisten können genau ein solcher Gegenstand sein. Weisen sie eine Größe von beispielsweise 50 x 30 cm auf, hat man die perfekte Größenordnung parat, um die Kiste von weiter Entfernung aus mit dem Körper des Wildes zu vergleichen. Auf diese Weise kann man besser beurteilen, wie das Wildbretgewicht ausfällt.

Wenn man nun noch im Abstand von 10 m jeweils einen Holzpfahl in Kirrungsnähe in den Boden rammt und jeden mit einer weißen Farbe markiert, so kann man auch bei dunklen und lichtarmen Verhältnissen eine hervorragende Abschätzung der Entfernung sicherstellen.

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Strukturen während der Nachtjagd eindeutig erkennen

Eine Rottenstruktur ist bei Nacht nicht immer eindeutig erkennbar und kann im schlimmsten Falle mit der Begehung einer Straftat enden, da ein Fehlabschuss keineswegs ein Kavaliersdelikt ist. Die Rottenstruktur kann nicht zu jedem Zeitpunkt eindeutig ausgemacht werden, daher muss man hier besondere Vorsicht walten lassen. So auch, wenn die Frischlinge mit einem großen Abstand hinter der Bache zurückbleiben und man diese nicht rechtzeitig ausmachen kann. Oftmals ist es auch den vorherrschenden Verhältnissen oder der Vegetation geschuldet, dass man die Frischlinge nicht sehen kann. Nicht bei jeder Sau muss es sich direkt um einen Keiler handeln und genau hier liegt die Gefahr.

Um diese potenzielle Gefahr weitestgehend eindämmen zu können, ist es zwingend erforderlich, dass man den menschlichen Augen eine Hilfe zukommen lässt. Wo Fernglas und Zielfernrohr bei Tageslicht tolle und erfolgsbringende Helfer sind, da sollte man bei dunklen Lichtverhältnissen zum Nachtsichtgerät greifen. Man wird während der Nutzung schnell bemerken, dass sich nicht nur die umliegenden Silhouetten gut erkennen lassen, sondern auch viel detailreichere und feinere Merkmale erkennbar sind. Das Gesäuge kann nun auch bei der Nachtjagd wahrgenommen werden, genauso wie Pinsel, Klötze und viele weitere Details. Für die Beurteilung einer Rottenstruktur ist dies Gold wert. Falls auch mit Hilfe des Nachtsichtgeräts Unsicherheiten bei der Beurteilung der Rottenstruktur vorherrschen sollten, so muss die Kugel unbedingt im Lauf verbleiben.

Der Schlagschatten während der Nachtjagd

Schlagschatten können sehr tückisch sein, da man das Gesamtbild des Wilds oftmals komplett falsch einschätzt. Auch wenn das helle Licht des Mondes während einer Nachtjagd von Vorteil sein kann, so kann der Schlagschatten im Gegenzug auch zu einem verwirrenden Lichtspiel werden. Durch das Licht werden große und deutliche Schatten unter den Körper des Wildes geworfen, sodass bei vielen Jägern oftmals falsche Rückschlüsse über die Stärke des Stücks entstehen.

Auch an dieser Stelle sollte man das bereits zuvor angesprochene Nachtsichtgerät griffbereit haben. Körper und Schlagschatten können viel besser und präziser differenziert werden. Beim Zielen kann die Nutzung eines NSG von großem Vorteil sein.

Die Waffe des Vertrauens wählen

Es ist eigentlich recht logisch. Da man in der Dunkelheit an der eigenen Waffe weniger erkennen kann, sollte man vor Jagdbeginn eine auswählen, die man dementsprechend auch „blind“ nutzen kann. Ein vertrautes Modell sollte einem neueren somit immer vorgezogen werden, bis man sich über die Wochen und Monate hinweg an das neue Modell perfekt gewöhnt hat. Sicherung, Anzeige des Ladestands und Co. müssen innerhalb weniger Sekunden sitzen. Die richtige Verwendung kann auch außerhalb der Dunkelheit in regelmäßigen Abständen antrainiert werden. Einfach die Augen schließen und üben – hört sich simpel an, hat aber einen hohen Lerneffekt und kann zudem überall als „Trockenübung“ durchgeführt werden.

Unabhängig von der vertraulichen Handhabung, sollte eine Waffe immer die Grundvoraussetzungen erfüllen, um während einer Nachtjagd bestehen zu können. Vor allem eine geräuschlose Sicherung und Handspannung sollte dabei besonders fokussiert werden. Da die gesamte Umgebung bei Nacht viel leiser ist, als man es vom Tag her gewohnt ist, sollte man bedenken, dass nicht nur das eigene Gehör durch diese Bedingungen geschärft wird. Das Wild reagiert schonungslos auf jedes kleinste Geräusch. Wer am Ende der Jagd ein erfolgreiches Resultat verbuchen möchte, der sollte sich eine geräuschfreie Ausrichtung der Ausrüstung zu Herzen nehmen.

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