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Diese 5 Punkte wirst du nach einem längeren Aufenthalt in der Natur anders betrachten

durch Philipp Bugert auf June 01, 2019
Diese Dinge siehst du nach längerem Naturaufenthalt anders
Ein jeder von uns hat sicherlich tief in seinem Innersten neue Gedankenanstöße und Sichtweisen verankert, die sich in einer Art Schlafzustand befinden und die man eigentlich nur beleuchten und zum Leben erwecken müsste, um diese anwenden zu können. Diese schwer zugänglichen Bereiche könnten wegweisend für die eigene Entwicklung sein und unser Leben in neue Bahnen lenken. Es könnte beispielsweise auch ein „Hallo-Wach-Effekt“ sein, der einem in gewissen Lebenssituationen endlich die Augen öffnet.
Auch wäre es möglich, dass dieser in uns gefangene und verborgene Helfer es bewerkstelligen könnte, dass man eigene Probleme und Selbstzweifel in geordnete Bahnen lenken kann, um sich daraus resultierend endlich auf die wichtigen Bereiche des Lebens konzentrieren zu können. Vielleicht wäre es dieser inaktiven Power auch geschuldet, dass man auf andere Menschen wieder mehr zugeht und für die Realisierung dieses Ziels den eigenen Stolz für den Moment beiseiteschiebt. Man könnte diese Geschehnisse und Szenarien sicherlich über Stunden hinweg so auflisten. Nahezu jeder hätte sicherlich eine Situation parat, die er gerne aktiv anpacken und ändern würde.

Die Schnelllebigkeit und Hektik unserer Zeit macht es oftmals unmöglich sich diesen verborgenen Teilbereichen mit der nötigen Ernsthaftigkeit widmen zu können. Viel zu sehr wird unser Leben von Arbeitseinflüssen, Geräuschen und Verpflichtungen bestimmt, die einem nur ein kleines Zeitfenster zur Verfügung stellen, in dem man sich diesbezüglich voran bewegen darf. Es fühlt sich teilweise so an, als ob einem Ketten auferlegt worden sind, die die Bewegungsfreiheit und Handlungsfähigkeit so enorm einschränken, dass das Ergeben und Akzeptieren der Grundsituation oftmals die einfachere und zeitsparendere Herangehensweise darstellt. Immer häufiger ist diese erschreckende Entwicklung zu beobachten.

Dinge bewusst verändern

Doch dieser traurige Trend hat auch zur Folge, dass eine Gegenreaktion in Gang gesetzt wird und sich viele Menschen nicht mehr mit diesen Gegebenheiten abfinden möchten. Das Ziel dieser Personengruppe ist es, eine bewusste Entschleunigung stattfinden zu lassen, um anhand dessen wieder Zeit für wichtigere Dinge aufbringen zu können. Viele stellen während dieses Unterfanges jedoch teilweise mit Erschrecken fest, dass auch die alleinige Entschleunigung oftmals nicht ausreichend ist, um das angestrebte Ziel erfüllend umzusetzen. Zu viele Einflüsse und Umstände wirken nach wie vor auf einen ein. Irgendetwas verhindert weiterhin, dass das Wunschresultat abgerufen werden kann. Zwar ist eine leichte Verbesserung zu erkennen, man ist aber dennoch kilometerweit vom Traumergebnis entfernt. Was fehlt?

Zurück zur Natur

Die Antwort lautet immer häufiger „Zurück zur Natur“. Vor allem das Wort „zurück“ sollte man an dieser Stelle etwas genauer beleuchten, denn es scheint so, als ob der Mensch niemals weiter von der Natur entfernt war, als es aktuell der Fall ist. Es gibt Städte und Regionen, in denen zwar ein Dschungel-Feeling zu verspüren ist, dieser Dschungel ist aber eher als Großstadt-Dschungel einzuordnen und dessen Herausstellungsmerkmale sind nicht die zahlreichen exotischen Pflanzen und saftig grünen Bergketten, sondern asphaltierte Wohnblocks und „Grau-in-Grau“ -Idylle. Hinzu kommen scheinbar pausenlos auf uns einwirkende Licht- und Geräuscheinflüsse, die zunächst einen unterhaltsamen Charakter ausstrahlen, bei den meisten jedoch unterbewusst etwas chaotisches und unbefriedigendes hervorrufen. Entertainment-Systems und Smart-Homes, die den Eindruck vermitteln, dass das Leben immer einfacher vonstattengeht. Man kommt nach Hause und muss sich nur noch ins gemachte Nest legen. Hirn aus – glücklich! „Fernseher – AN!“ schallt es immer häufiger in einer noch nie dagewesenen Monotonie durchs Wohnzimmer. Per Sprachbefehl den Fernseher anmachen und sich selbst immer weiter ins Shutdown katapultieren. Oh, Home sweet Home!

Diese Dinge siehst du nach längerem Naturaufenthalt anders


Ohne jegliche Zweifel hat das moderne Leben auch viele gute Dinge hervorgebracht, die auch von sicherheitsrelevanter oder gesundheitlicher Perspektive betrachtet, einen unglaublich positiven Lebensstandard ermöglicht haben. Doch muss es unbedingt der schonungslose Technik-Overload sein? Werde ich ohne den hochintelligenten und selbstnavigierenden Saug-Roboter bald in einer Müllhalde versinken?

Ausweg in greifbarer Nähe

Immer mehr Menschen möchten eine regelmäßigere Verbindung mit der Natur genießen und erfahren dies häufig nur, wenn sie sich aus der Wohlfühlzone hinfort bewegen und in die Wälder und Berge hinausgehen. Hier findet man endlich das passende Grundgerüst vor, um sein Unterfangen Wirklichkeit werden zu lassen. Fernab von jeglicher Hektik und den normalerweise anfallenden Verpflichtungen, kann man endlich durchatmen und versuchen neue Wege zu gehen. Auch Menschen, die sich normalerweise nicht für längere Zeit am Stück in der Natur aufhalten, können erahnen, was längere Aufenthalte in uns bewirken können. Selbst kurze Spaziergänge durch den Park oder den Wald nebenan haben oftmals etwas Befreiendes und wieder Zuhause angekommen verspürt man das Gefühl, dass etwas Ballast von einem abgefallen ist. Wenn diese Resultate bereits nach kurzen Abstechern ins Grüne zu verzeichnen sind, wie sieht es dann wohl aus, wenn man sich diesen Einflüssen über längere Zeiten aussetzt?

Wolfgangs hat für dich im folgenden Abschnitt 5 Dinge zusammengefasst, die du nach einem längeren Natur-Aufenthalt anders betrachten wirst.  

Sichtweise auf die Zeit

Ohne pauschalisierend zu wirken, kann man dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass der Tagesablauf eines jeden von uns die etwa gleichen Züge hat. Zumindest das Grundgerüst ist bei den meisten sehr ähnlich und weist dieselben Inhalte oder Abfolgen auf. Nachdem der Wecker uns mit dem Klingelton unserer Wahl freundlicherweise aus dem Traum gerissen hat, torkeln wir halb orientierungslos hinfort Richtung Badezimmer, um uns dort schnell fertig zu machen. Das Wort „schnell“ nimmt hier schon eine wichtige Bedeutung ein, denn sofort beginnt in jedem ein innerer Kampf gegen die Uhr. Nur ein kleines Zeitfenster bleibt uns im Badezimmer angekommen übrig, um alles Notwendige zu erledigen und uns in die Küche aufzumachen. Doch auch dort vermittelt uns der Wecker in tonangebender Manier, dass der Zeiger in voraussehbarer Zeit nicht vor hat seinen Sekundentakt zu verlangsamen, sodass wir auch hier dementsprechend die verfügbare Zeit managen müssen, um rechtzeitig das Haus zu verlassen.

Schnell gefrühstückt, angezogen, letzter Schluck Kaffee, Türe geschlossen – Das Fortbewegungsmittel unserer Wahl nimmt uns freudig in Empfang, während wir noch damit beschäftigt sind die Augen einigermaßen offenzuhalten. Auf in den nächsten zeittechnischen Gladiatorenkampf! Man ist gedanklich bereits damit beschäftigt zu hoffen, dass die Bahn keine Verspätung hat oder aber man drückt schon die Daumen, dass diese fiese Autobahnpassage, auf der gerade umgebaut wird, nicht wieder zugestopft ist. Um 8 Uhr startet doch schließlich dieses wichtige Meeting!

So oder so ähnlich könnte ein kurzer Auszug eines morgendlichen Zeitmanagement-Konflikts in etwa aussehen. Die Zeit bestimmt alles in unserem Leben und wir haben von Grund auf verlernt, genau diese Zeit schätzen zu wissen und sie als etwas Schönes zu betrachten. In den meisten Fällen ist Zeit eher etwas lästiges, gegen das man ankämpfen muss, um andere meist unwichtige Dinge realisieren zu können. Die Einordnung von Zeit hat einen komplett neuen Stellenwert eingenommen und taucht als verzerrtes Resultat unserer neumodischen und hochtechnischen Entwicklung auf. „Ich hoffe der Tag geht heute schnell vorbei“ oder „Oh man, ich wünschte es wäre möglich bis zum Feierabend um 17 Uhr vorzuspulen“ hat sicherlich jeder auf seiner Arbeit schon mal von Kollegen vernommen oder selbst mit frustrierter Kehle in den Raum geworfen. Sicherlich kann niemand sich hiervon freisprechen. Dabei muss man allerdings mal beleuchten, welcher Wunsch hier eigentlich gefordert wird! Man wünscht sich tatsächlich eine Verkürzung der eigenen Lebenszeit herbei. Man würde es bewusst in Kauf nehmen, dass die kostbare Lebenszeit gekürzt wird, um dadurch schneller den Feierabend zu erreichen. Dies unterstreicht bei vielen Personen in dramatischer Deutlichkeit, dass das Wort Zeit eine neue Definition erhalten hat.

Ein längerer Aufenthalt in der Natur hat etwas Befreiendes und gibt dir die Möglichkeit all dies größtenteils auszublenden, zu vergessen oder auch besser einzuordnen. Während eines längeren Aufenthaltes in der Natur lauern meistens keine Termine und Verpflichtungen auf dich, sondern es geht viel mehr darum, die Zeit als Erlebnis an sich zu betrachten. Dabei ist es meistens egal, wie lange du schläfst, wann du aufstehst, wann du deine Mittagspause machst und kochst, und wann du schlafen gehst. Man hat vielmehr das Gefühl all dies als Gesamtes zu betrachten und dies zu akzeptieren. All dies gehört zum Tag und kann etwas positives haben. Auch negative Dinge werden währenddessen nicht mehr so häufig verflucht, sondern sie gehören mit dazu und bereichern das eigene Leben auf eine andere Art und Weise, die dennoch genauso kostbar ist.

Diese Dinge siehst du nach längerem Naturaufenthalt anders

Beim Wandern beispielsweise nimmt man eine Etappe als komplette Erfahrung wahr und schätzt alle Einzelheiten dieses Tages. Man erfreut sich an den idyllisch wirkenden Bäumen, Seen, Büschen und Vogelgeräuschen ebenso, wie an den schweißtreibenden und fordernden Bergpassagen, die nette Grüße an die Wadenmuskulatur senden. Auch wenn der letztere Part, der eindeutig anstrengendere ist und mit Sicherheit ein Höchstmaß an Energie und Kraft einfordern wird, so ist er dennoch etwas besonderes und macht diesen Tag zurückblickend betrachtet erst richtig lebenswert und besonders.

Die Sichtweise auf die Zeit und ihre Schönheit wird sich nach einem längeren Naturaufenthalt sicherlich anders bei dir gestalten. Zurück im „normalen“ Leben angekommen wird man feststellen, dass auch negative und anstrengende Situationen im Arbeitsalltag und Privatleben eine Bereicherung sein können. Es findet sehr oft ein Umdenken statt, sodass man Dinge viel häufiger hinterfragt und auch diesem zeitlichen Abschnitt etwas gutes abgewinnen kann. Durch die ruhige, entspannende und ursprüngliche Umgebung in der Natur schafft man es, dies alles wieder besser zu verstehen und in neue Bahnen zu lenken. 

Sichtweise auf das Zwischenmenschliche

Eines der wichtigsten Dinge unseres tagtäglichen Lebens ist sicherlich die Kommunikation. Dabei ist es erstmal egal, ob wir miteinander reden, die Zeichensprache verwenden oder uns auch über technischere Herangehensweisen miteinander austauschen. Letztendlich geht es darum Botschaften zu übermitteln und vor allem auch genauso welche zu erhalten und diese im Anschluss zu deuten und zu verarbeiten. Klingt alles ganz einfach, würde man sich im ersten Moment denken, doch leider herrscht heutzutage gerade in diesem Bereich ein enormes Defizit.

Der Austausch von Informationen findet immer häufiger auf einer unpersönlichen und zudem sehr kalten Ebene statt, sodass man seinem Gegenüber teilweise noch nicht mal in die Augen schauen kann. Chats, E-Mails, Messanger und Co. sind schon lange fest in unserem Leben verankert und machen die Kommunikation von nahezu jedem Ort aus unkompliziert möglich. Doch welchen Stellenwert nimmt solch eine Kommunikation überhaupt ein? Kann mit dieser Herangehensweise wirklich ein hochwertiger und zielführender Austausch auf emotionaler Ebene stattfinden, oder handelt es sich lediglich um den reinen Austausch von schlichten Informationen? Ist es förderlich, wenn man ernsthafte Probleme und Gespräche ausschließlich über diese stummen Übermittlungskanäle tätigt? Kommt man auf diese Art und Weise überhaupt zum erhofften Resultat?

Vor allem wenn man seinem Gesprächspartner mit Rat und Tat beiseite stehen soll, um ihm eventuell bei der Lösung eines Problems behilflich zu sein, reicht diese Methode oftmals nicht aus, um das erforderliche Maß an Fingerspitzengefühl und Empathie zu übermitteln. Daran ändern auch Emojis und Sprachnotizen nichts. Meistens ändert sich trotz dieses Zwischenfazits jedoch nichts und man schwimmt weiter den Strom hinab, im nichtssagenden Kommunikations-Fluss der Neuzeit.

Während eines längeren Naturaufenthaltes hingegen wird man sehr schnell feststellen, dass das Wort Kommunikation eine tragendere Rolle im Miteinander einnehmen wird. Dabei ist es egal, ob man eine mehrwöchige Fahrrad-, Bushcrafting-, Wander-, oder Kanutour angehen wird. Man wird während dieses Trips feststellen, dass Nachrichten an seinen Gegenüber eine deutlich höhere Qualität haben werden und genau so ist man viel eher in der Lage auf Inhalte reagieren zu können. Zwar kommuniziert man Zuhause auch öfter miteinander, dies jedoch vor einer Kulisse, die diese Kommunikation nur mäßig bis gar nicht zulässt. Sicherlich kennt es jeder, wenn im Hintergrund gerade das Radio läuft, vielleicht sogar noch das Lieblingslied gespielt wird und man dennoch funktionieren und ein Gespräch führen muss. Die Qualität ist in den meisten Fällen von minderwertiger Natur und hinterlässt bei allen beteiligten eher einen abgehakten Charakter. Sender und Empfänger glauben miteinander gesprochen zu haben, doch ist man tief im inneren wirklich mit seinem Anliegen weitergekommen?

Mit all dem ist man in der Natur nicht konfrontiert. Der Hauptschwerpunkt liegt im hier und jetzt und auf den Menschen, die dich in die Natur begleiten. Keine Störgeräusche, kein Fernseher, keine Klingel, keine Social-Media-Benachrichtigung die aus deinem Mobilfunkgerät ertönt. Man kann sehr schnell nach einem längeren Aufenthalt in der Natur verspüren, dass die dort vorzufindenden Umstände im Menschen mehr auslösen, als es ein Smart-Home vielleicht jemals tun könnte. Dieser Weg zurück zu den ursprünglichen Verhaltensmustern wird für immer mehr Menschen von Tag zu Tag wichtiger, weil sie zu lange diesen Effekt im Miteinander vermisst haben.

Sichtweise auf sich selbst

Eigentlich werden einem von klein auf Dinge mit auf den Weg gegeben, die man erst im späteren Verlauf seiner Lebenszeit anfängt zu hinterfragen. Man ist in den jüngeren Lebensjahren einfach noch nicht in der Lage dazu Dinge für sich selbst neu auszulegen, Entscheidungen im großen Umfang zu treffen und andere Denkmuster fortzuführen. Meist schwimmt man zunächst viele Jahre im Alltagstrott mit und fügt sich diesen vorgegebenen Gegebenheiten, viele machen dies sogar das ganze Leben lang und fühlen sich gut mit diesem Weg.

Doch auf der anderen Seite ist auch ein immer stärker werdender Trend zu beobachten, der genau des Gegenteilige beabsichtigen möchte. Immer mehr Personen möchten ausbrechen aus diesen vorgegebenen Strukturen, Wegen und Verhaltensmustern. Dieses Ausbrechen kann dabei von verschiedener Natur sein. Viele entscheiden sich für eine einjährige Auszeit in Form von Backpacking oder Work & Travel. Andere wiederum wechseln einfach ihren Wohnort und versuchen in einer anderen Stadt ein neues Leben aufzubauen, vielleicht sogar auch den Beruf zu wechseln. Und dann gibt es auch diejenigen, die ihr Glück in der Natur suchen und sich beispielsweise auf mehrmonatige Weitwanderwege begeben, um endlich wieder abschalten und den Kopf freikriegen zu können.

Die Liste könnte so endlos weitergeführt werden und ist sicherlich sehr individuell zu betrachten, jedoch ist eines unumstritten – immer mehr Menschen durchziehen einen Wandel und möchten sich mit den gegebenen Umständen nicht einfach so abfinden.


Man hat in der heutigen Welt immer weniger Zeit an sich selbst zu denken und vor allem über sich selbst nachzudenken. Die Welt, in der wir leben hat einen schnelllebigen und karrierefixierten Charakter angenommen und dieses Flair peitscht die Menschen tagtäglich nach vorne - ob sie nun wollen oder nicht. Schule, Ausbildung, Studium, Workoholic! Dies scheint die standardisierte Laufbahn der Neuzeit zu sein. Man hat jeden Tag für allesmögliche Zeit und wenn nicht, dann nimmt man sich halt gefälligst die Zeit. Business as usual! Die eigene Gefühlswelt muss da oftmals zunächst zur Seite geschoben werden. Man kann sich dem Ganzen ja auch in verkürzter Variante in den Feierabendstunden widmen, solange es dann aber auch zeitig ins Bett geht, um am nächsten Tag den Zug zur Arbeit zu bekommen.

Diese Dinge siehst du nach längerem Naturaufenthalt anders


Während eines längeren Naturaufenthaltes wirst du lernen, dich selbst wieder mehr in den Fokus zu stellen und außerdem mehr über dich und dein Leben nachzudenken, denn hier hast du endlich die Zeit dafür und keine ablenkenden Einflüsse, die auf dich einprasseln. Hier lauern keine vorgegebenen Wege auf dich, sondern nur das, was du selbstbestimmt für dich zusammengestellt hast und was dich auch wirklich erfüllt. Der einzige Weg, der hier lauern könnte, ist allerhöchstens ein Wanderweg und den gehst du aber auch nur, weil du ihn gehen möchtest und ihn dir selbst ausgesucht hast. Man kann die Zeit in der Natur als die beste kostenlose Therapiemöglichkeit überhaupt bezeichnen, weil man hier teilweise solch positive Gedankensprünge erfahren kann, wie man sie in der städtischen Welt niemals erreichen könnte.


Zu diesem Schluss ist beispielsweise auch eine Gruppe von US-Amerikanischen Umweltpsychologen gekommen. In ihrer Studie namens „Nature experience reduces rumination and subgenual prefrontal cortex activation“ untersuchten sie 2 Testpersonengruppen, die beide unter einem stark ausgeprägten Grübelzwang litten. Dieser Grübelzwang verursacht bei den Leuten, dass sie in Grübel-Phasen an nichts anderes mehr denken können, als an ihre eigenen Fehler und Probleme. Oftmals haben solche Personen auch mit starken Schlafproblemen zu kämpfen, da sich diese Grübel-Attacken bis tief in die Nacht vollziehen können. An normale Gedankenwege ist in solchen Schüben nahezu nicht mehr zu denken. Alles dreht sich in diesem Moment ums Grübeln.

Man kam am Ende der Studie zu dem Ergebnis, dass die Personengruppe, die regelmäßig Naturspaziergänge vollzogen hat eindeutig weniger unter Grübel-Attacken litt, als die Personengruppe ohne regelmäßige Naturaufenthalte. Selbst der Teil des Gehirns, der höchstwahrscheinlich für psychische Erkrankungen zuständig ist, war in den bildgebenden Aufnahmen weniger aktiv, als bei der anderen Personengruppe. Ziel der Studie war es eine Verbindung zwischen dem Städtewachstum und der steigenden Anzahl von psychischen Erkrankungen auszumachen. Destruktive Denkmuster könnten somit mit einem Mangel an Naturerfahrung in Zusammenhang stehen.

Sichtweise auf die Natur

Die Natur sieht sich seit dem Einzug der Technologie eigentlich konstant mit negativen Einflüssen konfrontiert, die scheinbar von Jahr zu Jahr immer gravierendere Folgen mit sich bringen. Dabei ist es egal, ob man in den nahegelegenen Wald blickt, sich die Seen und Flüsse der Welt betrachtet, oder aber während der nächsten Bangkok-Reise einfach mal eine ordentliche Brise Smog inhaliert, der die Stadt tagtäglich in einen undurchdringbaren Schleier legt. Umweltkatastrophen sind für jeden von uns im Leben ersichtlich, dabei spielt es erstmal keine Rolle, ob wir ein großes Ausmaß zu Gesicht bekommen oder nur einen kleinen Ausschnitt des riesigen Verdreckungs-Puzzles. Asthma scheint die neue Volkskrankheit Nummer 1 zu sein und die unzähligen Massen an Rauch, Ruß, Gas und Staub, die unerbittlich in die Luft geschleudert werden, geben ihren Teil zu dieser ansteigenden Entwicklung bei. Herangespültes Plastik gehört an vielen Stränden der Welt schon fast zum Alltag und wird dementsprechend von vielen mittlerweile gekonnt ignoriert. Solange man ein freies Plätzchen am Strand für sein Handtuch findet und der nächste Cocktail in greifbarer Nähe auf einen wartet, werden diese kleinen Mängel während des Urlaubs in Kauf genommen und in den Hintergrund manövriert.


Hat man einmal über einen längeren Zeitraum hinweg die wohltuenden und entspannenden Vibes der Natur verinnerlicht, so fällt es den meisten sehr schwer sich danach wieder von ihr zu lösen. Zu positiv sind im Nachhinein die Erfahrungen und Erlebnisse, als dass man sich wieder von ihr distanzieren könnte. Für viele war die Natur vor einem solchen Erlebnis oftmals nicht viel mehr, als ein kurzer Spaziergang durch den Stadtpark oder ein Grillfest im eigenen Garten. Vor allem weil die Kategorisierung des Begriffes „Natur“ heutzutage meist so unpassend vonstattengeht, ist der „Wow-Effekt“ während eines erstmaligen Aufenthaltes in der richtigen Natur umso gewaltiger und prägender. Viele Menschen realisieren das allererste Mal überhaupt, dass die Natur einem genau all das bieten kann, was man schon so lange in seinem Leben gesucht und vermisst hat. Beruhigende Geräusche, frische Luft und eine grüne und idyllisch wirkende Kulisse, gepaart mit einem belebenden und motivierenden Mix aus Bewegung und Gedankenordnung. So in etwa könnte die Beschreibung eines längeren Aufenthaltes in der Natur ungefähr aussehen.

Genau dieser euphorisierenden Erfahrung ist es dann auch oftmals geschuldet, dass bei vielen Menschen ein Umdenken hin zu einer umweltbewussteren Sichtweise stattfindet. Das, was man angefangen hat zu lieben und zu schätzen, möchte man durch seine neuen Erkenntnisse dauerhaft schützen oder zumindest versucht man mit kleineren Maßnahmen dazu beizutragen es zu erhalten. Immer häufiger kann man dieses charakterliche Umschwenken bei Leuten beobachten, die sich längere Zeit in der Natur aufhielten. Eine umweltbewusstere Lebensweise muss dabei keineswegs mit einer Hardliner-Einstellung einhergehen. Man muss sich nach einem längeren Outdoor-Trip nicht direkt an die nächsten Bahngleise anketten, um zu versuchen einen Castor-Transport aufzuhalten. Vielmehr geht es darum kleinere Dinge, die man vorab vielleicht ignoriert hat oder falsch angegangen ist, bewusst zu steuern und in eine richtige Bahn zu lenken, die einen nachhaltigeren Touch hat.

Dies kann bedeuten, dass man während eines Waldspaziergangs kleinere Müllreste vom Boden aufsammelt und später entsorgt, oder aber, dass man im Supermarkt von der Plastik-Tüte auf den eigenen Rucksack ausweicht. Veränderungen müssen nicht immer etwas aggressives oder aufdringliches beinhalten, um etwas Gutes zu erreichen. Für immer mehr Personen, die sich eine längere Zeit in der Natur aufgehalten haben, gehört diese Neuausrichtung des eigenen Lebens zu wichtigen tagtäglichen Punkten, die es zu realisieren gilt.

Sichtweise auf materielle Dinge

Eigentlich beginnt die Gier nach materiellen Gütern schon im Kindesalter. Bei manchen zwar stärker als bei anderen, jedoch wird man von Grund auf von einem Gefühl geleitet, dass man genau das haben möchte, was man gerade in einer Brainwash Werbe-Einblendung wahrgenommen hat. Auch werden oftmals Dinge begehrt und fokussiert, die wir an anderen Personen ausgemacht haben, da wir uns zeitgleich unterbewusst mit diesen vergleichen und im Anschluss gleichziehen wollen. Dieses Streben nach Gegenständen bleibt bei vielen ein Leben lang tief in den charakterlichen Merkmalen verankert, sodass sie ihr gesamtes Leben nach diesem Drang ausrichten müssen. Die strikte Einhaltung der beruflichen Laufbahn ist mit diesem Lifestyle fest verknüpft, denn nur so hat man im späteren Verlauf das notwendige Kleingeld in der Tasche, um sich seinem Kaufdrang widmen zu können.

Zusätzlich zu diesen angelernten Zwängen kommen dann oftmals noch gesellschaftliche Vorgaben hinzu, die diesen Lifestyle nochmals untermauern.

Hausbau, Autokauf, Geld verdienen!

Viele fühlen sich nur komplett und gesellschaftlich akzeptiert, wenn sie diese Vorgaben befolgen und erstklassig umsetzen. Es fühlt sich für immer mehr Menschen so an, als würde man von Beginn an in einem engen Korsett eingeschnürt sein. Es bleibt einem zwar genügend Luft zum atmen jedoch stellt sich dies im Laufe der Zeit nicht unbedingt als zufriedenstellend heraus. Selbst der Kauf eines neuen Paar Schuhe kann an diesem Gefühl nichts ändern.


Du wirst während eines längeren Aufenthaltes in der Natur die kleinen Dinge im Leben mehr zu schätzen wissen. Von riesigen Gebirgsketten und gigantischen, teilweise uralten Bäumen umgeben stellst du fest, dass man als Mensch einfach vergleichsweise sehr klein ist – und das ist auch gut so! In zu vielen Situationen nimmt man sich selbst zu wichtig und man möchte dies auch mit allen Mitteln nach außen hin zeigen und kommunizieren – auch mit Bezug auf den Drang nach materiellen Dingen. In der Natur geht es vielmehr darum mit gegebenen Mitteln auszukommen und das Beste aus der Situation zu machen.

Diese Dinge siehst du nach längerem Naturaufenthalt anders

Auf Weitwanderwegen beispielsweise ist es keine Seltenheit, dass man die nächste Stadt erst wieder in 5-6 Tagen erreicht und man erst dann in den Genuss der Zivilisation kommt. In genau solchen Situationen bemerkt man ganz schnell, worauf es im Leben eigentlich ankommt und dass man jahrelang viel zu viel Zeit mit der Suche nach materiellen Gütern verbracht hat. Man stellt fest, dass das zubereitete Essen aus dem Rucksack auch ohne Backofen, Herdplatte und Kühlschrank schmeckt. Auch merkt man, dass man es ohne Handy-Wecker morgens problemlos schafft aufzustehen und selbst die Nacht auf der Matratze im Zelt war recht gemütlich, obwohl man den neuen 300€ Matratzen-Topper aus 7-Zonen-Schaumstoff nicht dabei hatte. Und obwohl man seinen Lieblingsfilm gestern Abend verpasst hat war der Abend vorm Lagerfeuer dennoch sehr unterhaltsam und einprägsam.

Von Tag zu Tag und von Woche zu Woche summieren sich so die Erkenntnisse zu einem Fazit, welches eine deutliche Sprache spricht. Viele erkennen, so als ob sie ihre Sehkraft nach langer Zeit zurückerhalten hätten, dass das Glück über Jahre hinweg eine falsche Definitionsgrundlage hatte. Man weiß es auf einmal zu schätzen, wenn man nach 6 Tagen die Stadt erreicht und sich eine eiskalte Cola im Supermarkt kauft. Was früher ein standardisierter und träger Griff zum Kühlschrank war, stellt sich nun als pure Freude heraus, gepaart mit einer anschließenden Geschmacksexplosion. Man lernt endlich wieder die kleinen Dinge im Leben in den Vordergrund zu stellen und diese zu schätzen. Auch erkennt man, dass viele Menschen vielleicht niemals in den Genuss solcher Dinge kommen werden und wie eintönig die bisherige Herangehensweise eigentlich war.

Durch die Einflüsse der Natur bekommst du die erstklassige Gelegenheit Dinge zu hinterfragen und für dich neuzugestalten. Die Nutzung von materiellen Gütern wird nach solch einer tiefgründigen Erfahrung ein anderes Gewand tragen. 

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