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Warum die Jagd nach jungem Schalenwild im September sinnig sein kann

durch Philipp Bugert auf October 22, 2019

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Standortübergreifend regiert in den Köpfen vieler Jäger der Glaube, dass die Bejagung von jungem Schalenwild besonders in den winterlichen Monaten November und Dezember lohnenswert ist. Mit Hinblick auf das Wildbret-Gewicht denken viele, dass ein längeres Warten zwangsläufig auch mit einer Zunahme der Kilogramm-Anzahl in Verbindung steht. Die Folge ist, dass Kitze und Kälber in der Zeit davor nur sehr spärlich geschossen werden. Wolfgangs hat sich dieses Thema intensiver angeschaut und beleuchtet, warum sich eine Jagd durchaus auch schon im September lohnen kann.

Das Gewicht des Schalenwilds im September

Die Grundsituation, dass junges Schalenwild in der Zeit vor November nur vereinzelt bejagt wird, hat zeitgleich zur Konsequenz, dass sich das Wildbreit-Gewicht teilweise nur erahnen lässt. Wenn es regelmäßig geführte Statistiken darüber gibt, dann weisen diese dennoch zu große Lücken auf, als das man von einer realitätsnahen Zahl sprechen könnte. Ein etwas tieferer Blick in die Vergangenheit erlaubt es uns dennoch, das Gewicht gut benennen zu können.

Wo bei uns für den Großteil der Wildarten nur sehr brüchige Körpergewichtsangaben aufgelistet wurden, da standen in der ehemaligen DDR deutlich umfangreichere und zuverlässigere Zahlen zur Verfügung. Anhand dieser Werte kann man es heutzutage noch immer hervorragend bewerkstelligen Rückschlüsse auf das Wildbret-Gewicht zu ziehen. Die Unterlagen aus den ehemaligen Wildforschungsgebieten wurden gut geführt und lassen ungefähre Einblicke, in die im September vorherrschenden Verhältnisse zu.

Viele verschiedene Punkte kommen zusammen und müssen bei der Betrachtung dieser Werte ebenfalls hinzugezogen werden. So können die Setztermine des Schalenwilds durchaus mal eine Differenz von bis zu 2 Monaten aufweisen und die Ergebnisse beeinflussen. Auch die körperliche Verfassung und Kraft des Muttertiers, die Ernährung, verschiedene Krankheitstypen und das Geschlecht spielen eine große Rolle und müssen beachtet werden. Schaut man sich alle Datenansammlungen an und zieht den Durchschnittswert daraus, dann lassen sich anhand der Ergebnisse interessante Dinge ableiten.

Noch interessanter wird es, wenn man eine Gegenüberstellung mit den Gewichts-Daten aus dem November macht:

 

Gewicht im September Gewicht im November
Rotwildkälber:  32 kg 40 kg
Dammwildkälber: 15 kg 18 kg
Muffellämmer: 14 kg 17 kg
Frischlinge: 13 kg 24 kg
Rehkitze: 8,5 kg 10 kg


 

Der November wurde als Gegenüberstellungsmonat ausgewählt, weil das Jungwild zu diesem Zeitpunkt die Wachstumsphase zu großen Teilen vollständig abgeschlossen hat. Wie man in dem Vergleich der jeweiligen Wildarten erkennen kann, sind die Differenzen teilweise verschwindend gering.

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Früherer Abschuss des Schalenwilds gerechtfertigt?

Der Vergleich der Zahlen lässt schon in etwa erahnen, dass ein früherer Abschuss durchaus gerechtfertigt sein könnte, hier muss man jedoch von Wildart zu Wildart detailliert hinschauen und erst dann eine Entscheidung treffen. Ist der Unterschied bei den Frischlingen mit einer Differenz von 11 kg riesig, so liegen zwischen einem Rehkitz im September und November gerade einmal 1,5 kg. An dieser Stelle könnte ein früherer Abschuss somit definitiv sinnvoll sein.

Doch wie bei vielen anderen Überlegungen auch gibt es hier nicht nur schwarz oder weiß, vielmehr gilt es hier ebenfalls zwischen den Zeilen zu lesen. Die Höhe des Wildbestands muss genauso berücksichtigt werden, wie die Anzahl, die aus dem Abschussplan hervorgeht. Hohe Abschusspläne lassen sich nur mit einer intensiveren Erlegung des Jungwilds realisieren, weil man der Population andernfalls nicht entgegentreten kann. Sollen die angepeilten Populationsstrukturen in die Tat umgesetzt werden, dann führt an einer hohen Abschussrate des Jungwilds kein Weg vorbei. Hinzu kommt, dass der Zeitplan immer engmaschiger wird, da man dem Wild in den Wintermonaten eine Zeit der Ruhe gewähren möchte. Eine Beendigung der Schalenwild-Jagd bis Ende Dezember ist ein Ziel, welches tendenziell immer häufiger ausgesprochen wird.

Natürliche Abgänge vor Augen führen

Wenn man mit der Jagd nicht schon im September anfängt, kann man im selben Atemzug mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass ein gewisser prozentualer Anteil der natürlichen Sterblichkeit zu Opfer fällt und somit nicht genutzt werden kann.

Die durch Verkehrsunfälle, Krankheiten und auch Forkelverluste vonstattengehenden natürlichen Abgänge sind unumgänglich, was man jedoch beeinflussen kann ist, ob man mit der Jagd früher anfängt oder nicht. Ein früherer Eingriff bedeutet, dass mehr Stücke vor den natürlichen Verlusten bewahrt und anschließend sinnvoll genutzt werden können.

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