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Anfüttern beim Angeln - Erfolgsgarantie oder schädlich für Gewässer?

durch Philipp Bugert auf October 11, 2019

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Egal, um welchen Typ Angler es sich beim Friedfischangeln auch handeln mag – das Anfüttern von Fischen ist meistens eine personenübergreifend angewandte und vor allem auch äußerst lohnenswerte Herangehensweise, die dementsprechend fast schon den Status „Normalität“ genießt. Ganz unabhängig von den sicherlich sehr großzügigen Fangerfolgen auf Seiten der Angler, gibt es seit geraumer Zeit bezüglich des Anfütterns auch Stimmen, die das Anlocken der schuppigen Wasserbewohner durchaus kritisch betrachten. Es kommt immer häufiger die Frage auf, ob das Anfüttern an sich einfach nur als ein Erfolgsgarant beim Friedfischangeln betrachtet werden soll, oder ob es eine schädliche Prozedur ist, die den Gewässern weltweit erheblichen Schaden zufügt. Wolfgangs blickt ein Stück genauer hin und zählt für euch auf, was es bezüglich dieses Themas zu beleuchten gibt.

Anfüttern bringt Fische an den Haken

Selbstverständlich wird das Anfüttern nicht nur aus einer Laune heraus angewandt, sondern es steckt vielmehr ein knallharter Fakt dahinter, der das Unterlassen des Anfütterns aus Sicht des Anglers sehr problematisch gestaltet – Anfüttern bringt nachweislich mehr Fische an den Haken! Da lassen sich ein paar Fehlbisse beim Angeln wohl verkraften.

Auf den durchschnittlichen Angler in Deutschland heruntergerechnet, würde dies anhand der Statistik bedeuten, dass in etwa 60 Gramm an Anfüttermitteln pro geangelter Stunde genutzt wird. Beim Futtermittel sind es pro Angler sogar stolze 7,3 Kilogramm, die sich innerhalb eines durchschnittlichen Angeljahres anhäufen. Das Futtermittel stellt an dieser Stelle allerdings nicht die in die Kritik geratene Speise der Schuppenträger dar, da hier meistens nur Getreideköder verwendet werden. Hauptaugenmerk liegt einzig und allein auf das Anfüttermittel, welches innerhalb eines Jahres pro Angler auch mal bis zu 300 Kilogramm ausmachen kann.

Zwar muss man mit Hinblick auf die augenöffnende Statistik auch sagen, dass rund 48 Prozent aller deutschen Angelfreunde komplett auf Anfüttermittel verzichten, die übriggebliebenen scheinen jedoch für die Kritiker schon Anlass genug zu sein, die Thematik kritischer zu betrachten. Hinzu kommen dann selbstverständlich noch die Angler aus anderen Nationen, die in punkto Anfüttern teilweise noch viel aktiver sind, als wir in Deutschland. Wie kommt diese Kritik zustande?

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Anfüttern beim Angeln - wie sehr leiden die Gewässer?

Den meisten Grund zur Sorge macht der sogenannte Nährstoffeintrag ins Wasser, der auch als Eutrophierung betitelt wird. Die Einträge dringen nicht nur ins Wasser ein, sondern sind im späteren Verlauf auch innerhalb der Fische nachweisbar. Da die Futtermittel größtenteils von den Fischen aufgenommen werden und als Nahrungsergänzung kategorisiert werden können, lagern sich die Inhaltsstoffe auch dementsprechend im Inneren des Fisches ab.

Vor allem das in Anfüttermitteln verwendete Phosphor ist indes im Fadenkreuz der Kritiker. Proben von gefangenen Fischen zeigen deutlich, dass Phosphor sich in den Knochen, aber auch im Gewebe des Wasserbewohners ablagern kann.

Doch das Anfüttern beim Angeln wird auch auf Grund der zunehmenden Verschlechterung der Gewässer intensiver begutachtet. Auch hier spielt das Phosphor in den Anfüttermitteln eine tragende Rolle. Es sorgt dafür, dass Blaualgenblüten verstärkt heranwachsen können, was die ohnehin schon stattfindende Verschlechterung des Gewässers nochmal zusätzlich verschärft.

Statistik gibt teils Entwarnung

Laut Statistik kann man zumindest in punkto Anfüttern beim Angeln größtenteils Entwarnung geben. Zwar ist es nach wie vor unumstritten, dass durch das Anfüttermittel Phosphor in das Wasser abgegeben wird, jedoch sind die Fangerträge des durchschnittlichen Anglers in Deutschland so hoch, dass mehr als das doppelte des beigesetzten Phosphors den Gewässern auch wieder entzogen wird.

Geraten durchschnittlich gesehen rund 34 Gramm des Phosphors innerhalb eines Jahres in die Gewässer, so beläuft sich der Phosphorgehalt innerhalb der gefangenen Fische jedoch auf einen Anteil zwischen 73 und 91 Gramm.

Angemessenes Anfüttern der beste Weg

Beim Thema „Anfüttern beim Angeln“ sollte die Devise somit immer lauten, dass man ein angemessenes und normales Anfütterverhalten an den Tag legt und dieses nicht unnötigerweise oder schlechtüberlegt in die Höhe treibt. Auf diese Weise kann man sich weiterhin eines hervorragenden Fangertrags sicher sein und die meisten Gewässer leiden unter den Konsequenzen nicht.

Eine verantwortungsbewusste Herangehensweise sollte beim Anfüttern immer vonstattengehen. Vor allem sehr sensible Gewässer, die zudem noch unter einem sehr geringen Nährstoffgehalt leiden, sollten durch das Anfüttern beim Angeln nicht noch zusätzlich belastet werden. Hier ist der einzig richtige Weg auf das Anfüttern komplett zu verzichten. In normalen bis sehr nährstoffreichen Gewässern hingegen hat die Anlock-Methode jedoch keinerlei negative Konsequenzen fürs Ökosystem.

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