Rostträge Messer pflegen und schützen – so klappts!

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Ein gutes Outdoor-Messer sollte widerstandsfähig, langlebig, griffig, scharf und präzise sein. Soweit, so gut. Doch was, wenn selbst dem geeignetsten Messer irgendwann eine Gefahr entgegenschlägt, die sich langsam entwickelt und somit im ersten Moment gar nicht ersichtlich ist? Rost ist eine dieser schleichend in Erscheinung tretenden Bedrohungen, die sich Stück für Stück auf der Klinge von nicht rostfreien Modellen festbeißen kann. Damit dieses unschöne Szenario abgewendet und die Klingengesundheit dauerhaft aufrechterhalten werden kann, bedarf es kontinuierlich einer einwandfreien Messerpflege. Wie diese aussieht? Erfahre es nachfolgend in diesem Blogbeitrag.

Rostträge ist nicht rostfrei

Auch, wenn viele Personen davon ausgehen, dass ein gekauftes Messer von Beginn an rostfrei ist und nichts dem Glanz der Klinge so schnell etwas anhaben kann, sieht die Realität bei den meisten Exemplaren anders aus. Sobald der erste Rost sichtbar wird, ist der Schrecken auf Seiten der Besitzer meist groß. Das in der Branche viel zu inflationär genutzte Wort „rostfrei“, wird häufig auch bei Messern verwendet, die diesem Titel nicht 100 Prozent gerecht werden können. Der Unterschied zwischen den Begriffen „rostfrei“ und „rostträge“ ist vielen Käufern nicht klar, sodass pauschal immer von einer rostbeständigen Machart ausgegangen wird.

Im Falle unseres viel genutzten D2-Stahls handelt es sich beispielsweise um eine äußerst hochqualitative und robuste Art, die darüber hinaus durch eine herausragende Schärfe sowie Schärfeerhaltung auftrumpfen kann. Auch wenn der beliebte Stahl rostträge ist, was bedeutet, dass Rost sich auf dem Messer nicht so schnell durchsetzen kann, so ist eine regelmäßige Pflege zur Sicherheit dennoch wichtig.

Vielerlei schädliche Einflüsse

Selbst rostfreier Stahl ist nicht vor schädlichen Einflüssen geschützt, was nochmal verdeutlicht, warum es so wichtig ist vor allem rostträge Messer ausreichend zu pflegen. Flüssigkeiten sind dabei in jeglicher Form das Hauptproblem, da sie in verschiedensten Situationen auf die Klinge des Messers gelangen und ohne Pflege Schaden anrichten.

Während beim Schneiden von Obst vor allem Säuren ein Problem sind, da ist es beim Zerkleinern von beispielsweise Fleisch oder Holz das im Inneren befindliche Wasser, welches ohne nachträgliche Pflegemaßnahmen zur Gefahr wird. Selbst das kurze Abspülen im Bach nebenan kann die Bildung von Rost begünstigen, wenn man die Klinge / das Messer danach nicht ordentlich schützt bzw. gut abtrocknet. Weitere schädliche Einflüsse können Salzwasser und/oder ein Bakterienbefall sein. Ersteres ist unter anderem auch der Grund, warum Messer niemals in einer Spülmaschine gereinigt werden dürfen.

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1. Säuberung und Schutz der Messerklinge

Um die Messerklinge kontinuierlich auf einem erstklassigen Niveau halten zu können, ist es ratsam auf ein spezielles Pflegeöl zu setzen. Diese sind in großer Anzahl auf dem Markt erhältlich und sorgen dafür, dass sowohl Rost als auch Säuren, Lebensmittelrückstände und Fingerabdrücke keine Chance haben, auf der Klinge Schaden anzurichten oder sich auszubreiten. Die meisten wirken darüber hinaus desinfizierend und lösen auch hartnäckige Verschmutzungen zügig. Auch die Korrosionsbeständigkeit steigt dadurch enorm. Grobe Verunreinigungen sollten vorab jedoch zwingend mit Wasser beseitigt werden. Die Klinge muss danach unbedingt mit einem Tuch ordentlich abgetrocknet werden.

Die Ölschicht sollte die Messerklinge anschließend nur ganz leicht benetzen. Ein dünner Film wie dieser gewährleistet, dass ein optimaler Schutz sichergestellt ist, die Messerscheide aber gleichzeitig beim Platzieren des Messers nicht zu schmierig wird.

Unabhängig von der Behandlung mit einem Pflegeöl, sollte jede Klinge nach der Nutzung immer grundlegend gereinigt werden. Der Arbeitsaufwand ist dabei recht überschaubar, der Effekt bei der Aufrechterhaltung der Qualität ist jedoch enorm. Meist reicht es schon aus, wenn die Klinge nach dem Einsatz mit einem Tuch abgetrocknet wird. Kleine Partikel werden auf diese Weise zuverlässig entfernt. Holzsplitter, Krümel, Sand, Laubrückstände und Co. können der Klinge nichts mehr anhaben und auch die Scheide wird geschont, da die kleinen Teilchen normalerweise Feuchtigkeit abgegeben hätten.

2. Pflege und Reinigung des Messergriffs

Selbstverständlich sollte auch an die Pflege des Messergriffs gedacht werden. Zwar ist es die Klinge, die während der Nutzung den meisten Belastungen ausgesetzt wird, der Griff sieht sich früher oder später aber auch mit schädlichen Einflüssen konfrontiert. Schützende und pflegende Vorsichtsmaßnahmen sind somit auf jeden Fall angebracht. Ganz egal, um welches Material es sich bei den Griffschalen handelt, der Einsatz eines universell einsetzbaren Öls ist stets empfehlenswert.

Unser oft an den Messergriffen verwendetes G10-Material, welches für einen unschlagbaren Mix aus Leichtigkeit und Belastungsfähigkeit bekannt ist, kann beispielsweise ebenfalls problemlos mit Mitteln dieser Art behandelt werden. Die rostträgen Stahlbereiche des Griffs, die wie zuvor bei der Klinge beschrieben auch geschützt werden sollten, profitieren zeitgleich von der Anwendung im Bereich der Griffschale. Die Entstehung von Rost kann mit dieser Vorgehensweise dauerhaft abgewendet werden.

3. Behandlung der Messer-Mechanik

Auch die nicht ersichtlichen Bereiche sollten bei einigen Messern mit einem Pflegeöl behandelt werden, um sie dadurch zu schmieren und einen zuverlässigen Schutz im Inneren aufzubauen. Bei Klappmessern reichen beispielsweise schon ein paar Tröpfchen eines pflegenden Öls aus, um die Messermechanik wieder flüssiger zu machen. Der Komfort während der Nutzung bleibt dadurch auch über viele Jahre hinweg hoch. Mit speziellen, sehr feinen Präzisionstools lassen sich die Tropfen auch an Engstellen problemlos auftragen.

4. Pflege der Messerscheide

Die Messerpflege hört bei der Messerscheide nicht auf. Zwar handelt es sich hier nicht um das Messer selbst, der Aufbewahrungsgegenstand ist nichtsdestotrotz oft mit dem Tool in Kontakt, sodass eine mangelhafte Pflege sich früher oder später negativ übertragen würde.

Unsere Kydex-Holster können mit Ölen der zuvor beschriebenen Art behandelt und gepflegt werden. Verunreinigungen jeglicher Form sind zuvor mit Wasser und einem trockenen Tuch vollständig zu entfernen. Im Anschluss darauf kann eine hauchdünne Schicht eines Messerwartungs-Öls aufgetragen werden. Das Material wird dadurch spürbar geschont, was wiederum die ohnehin schon herausragende Lebensdauer noch weiter in die Höhe treibt.

Wichtig ist, dass auch die Pflegebesonderheiten von anderen Materialien, die bei Messerscheiden zum Einsatz kommen, berücksichtigt werden. So darf bei Leder beispielsweise nur ein passendes Lederbalsam oder ein Bienenwachs verwendet werden. Die falsche Pflege könnte die Beschaffenheit mit der Zeit in Mitleidenschaft ziehen. Dies könnte sich schlussfolgernd ebenfalls negativ auf das in der Scheide aufbewahrte Messer auswirken.