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Wildcampen in Deutschland – die Gesetzeslage auf einen Blick

durch Philipp Bugert auf October 25, 2019

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Wer als waschechter Outdoor-Fan oder Bushcrafting-Anhänger mal eine Weile in den USA oder in Skandinavien verbracht hat, der blickt sicherlich auf die Zeit in den Wäldern mit einem breiten Lächeln zurück. Freiheit. Obwohl ein jeder von uns hier in Deutschland dieses Wort von Beginn seines Lebens an voll und ganz ausleben darf, merkt man während eines Outdoor-Ausflugs dennoch manchmal, dass einem in seiner Naturbegeisterung Ketten auferlegt werden, die man am liebsten sprengen würde. Darf man in einigen Ländern sein Zelt nahezu überall im Gelände aufschlagen wo man möchte, so werden einem bei uns im Lande direkt die gesetzlichen Stoppschilder vor die Nase gehalten. Freicampen in Deutschland – geht das überhaupt? Wolfgangs blickt auf die Fakten.

Verwirrende Gesetzeslage

Man kann in Deutschland kaum eine standortübergreifende und breitgefächerte Aussage in punkto Gesetzeslage abgeben, da die einzelnen Unterschiede teilweise viel zu groß sind. Diese Grundsituation macht es kompliziert. Man muss sich schon intensiv mit dem jeweiligen Wald- und Naturschutzgesetzen des entsprechenden Bundeslandes auseinandersetzen, um eine exakt auf seinen Trip zutreffende Antwort zu finden. Wolfgangs gibt in folgendem Beitrag dementsprechend keine verbindlichen Aussagen, wenn es sich um Grauzonen handelt, sondern gibt vielmehr eine generelle und allgemeine Beurteilung zur Lage ab.

Generelle Übernachtungsverbote in Deutschland

Wie verwirrend die deutsche Gesetzeslage mit Hinblick aufs Freicampen in einigen Punkten auch sein mag, so strikt und eindeutig ist sie jedoch auch bei diversen anderen Inhalten.

So ist eine Übernachtung in Naturschutzgebieten, Nationalparks, Biotopen und Ähnlichem auf jeden Fall strengstens verboten. Auch die Küstenabschnitte sind meistens sehr gut geschützt, sodass im Falle einer Übernachtung ordentlich zur Kasse geben wird. Das Bundesnaturschutzgesetz hebt hier mahnend den Finger und sorgt dafür, dass die diversen Teilbereiche auch zukünftig noch einwandfrei aussehen.

An bei anderen Flächen gilt die Devise, dass man stets auf Verbotsschilder achtgeben sollte. Auch Privatgrundstücke, dazu zählen teils unter anderem auch Waldbereiche, sind für eine Übernachtung laut Gesetz tabu.

Das Betretungsrecht lässt Spielraum zu

Es muss keineswegs getrauert werden, denn das in Deutschland geltende Betretungsrecht gibt zumindest etwas Hoffnung, eine Nacht im Wald trotz der strengen Bedingungen realisieren zu können. Wälder und Flure dürfen nach diesem Gesetzestext nach betreten werden, solange der Zweck einzig und allein der Erholung dient. Das Beste? Es ist dieser Gesetzeszeile egal, ob es sich um ein Privatgrundstück oder eine öffentliche Fläche handelt! Solange du dich ruhig verhältst und die restlichen allgemeingültigen Regeln in punkto Naturschutz nicht missachtest, steht deinem Aufenthalt in der Natur nichts im Wege.

All diese Zeilen führen dich zu einem freudebringenden Fazit – schlafen ist eine äußerst erholsame Angelegenheit und kann somit auch während der Nacht an den zuvor benannten Orten angepeilt werden. Wortwörtlich wird lediglich das „längere Verweilen“ ausdrücklich verboten – dieser Satz lässt jedoch eine Menge Interpretationsspielraum zu, sodass man sich in der typischen Grauzone befindet. In den meisten Fällen steht auf Grund dieser Ausgangslage einer Übernachtung nichts im Wege.

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Was versteht das Gesetz unter dem Wort "schlafen"?

Auch wenn wir in der letzten Passage nun voller Freude festgestellt haben, dass das Schlafen in der Natur unter bestimmten Voraussetzungen kein Problem darstellt, muss man dennoch auf dem Schirm haben, wie für eine gesetzeskonforme Nacht geschlafen werden muss.

Im Großen und Ganzen lässt sich an dieser Stelle sagen, dass das Übernachten im Zelt eindeutig mit größeren Schwierigkeiten in Verbindung steht. Für das unter freiem Himmel stattfindende Biwakieren gibt es in den deutschen Gesetzeszeilen nämlich keine explizite Zeile, sodass dies dementsprechend auch nicht geahndet werden kann. Beim Zelten hingegen sieht dies anders aus. Dies ist in deutschen Wäldern grundsätzlich verboten, es sei denn, es handelt sich bei der Waldfläche um Privatbesitz oder man hat vom Besitzer die Erlaubnis für eine Übernachtung erhalten.

Übrigens – auch auf das Übernachten in freier Landschaft sollte in einem Zelt lieber verzichtet werden. Auch wenn man sich außerhalb von Wald und Wohngebieten aufhält, weiß man auf Grund der schlecht bis gar nicht ersichtlichen Lage oftmals nicht, ob es sich um ein Privatgrundstück handelt, oder eben nicht. Zwar ist diese Situation nach Bundesnaturschutzgesetz §44 eine Grauzone, eine Übernachtung auf privaten Abschnitten kann dann aber ein böses und kostspieliges Erwachen mit sich bringen.

Biwakieren bringt dir das langersehnte Outdoor-Erlebnis

Schnapp dir deinen Biwak- bzw. Schlafsack und ab geht es ins Gelände! Du hast in Deutschland mit dieser Art der Übernachtung die besten Möglichkeiten und kannst somit immer flexibel entscheiden, wo genau du gerade bleiben möchtest. Wie oben erwähnt, gibt es zwar auch an dieser Stelle einige Verbotsgebiete und auch Dinge, die du beachten solltest, die Hürden im gesamten sind aber vergleichsweise eher gering und nicht tragisch.

Schaue dich notfalls nach lohnenswerten Alternativen um, die eine Übernachtung auch im Zelt zulassen. Nicht immer muss dies zwangsläufig mit einem Campingplatz einhergehen, auf dem du neben Camper-Vans und Bullis schlafen musst. In der Eifel beispielsweise gibt es seit geraumer Zeit die sogenannten „Naturlagerplätze“. Für einen geringen Betrag, der sich auf etwa 10€ belaufen sollte, kannst du ganz legal auf einem extra dafür angefertigten Zeltplatz bleiben und das inmitten des Waldes. Kochstellen und Toiletten gibt es an derartigen Einrichtungen gratis on top und auch dein abendliches Lagerfeuer kann in einer extra dafür zur Verfügung gestellten Schale bzw. an einer Stelle angefeuert werden.

Wie du siehst, gibt es in Deutschland zwar einige Hindernisse, diese sind jedoch zu keinem Zeitpunkt unüberwindbar. Freicampen in Deutschland – alles eine Sache der richtigen Planung und Herangehensweise.

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