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Wie man zum Bergretter wird – diese Inhalte gehören zur Ausbildung

durch Philipp Bugert auf October 29, 2019

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Was man in Bayern unter dem Begriff „Bergwacht“ kennt, das ist in Österreich die Bergrettung. Unser Nachbarland hat in punkto Naturerlebnisse eine Menge zu bieten, wenn man mal auf die unbeschreibliche Vielfalt und Schönheit der Alpengebiete blickt. Doch wie schön und atemberaubend diese Kulisse auch im ersten Moment sein mag, so kommen inmitten des Idylls jedes Jahr viele Personen in Situationen, aus denen sie sich mit eigener Kraft nicht mehr befreien können. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Verletzungen, Unfälle, Lawinen und Co. sorgen immer wieder aufs Neue dafür, dass Menschen während eines Outdoor-Erlebnisses böse überrascht werden. Was folgt ist meist ein böses Erwachen, welches den Betroffenen in einer angsteinflößenden Manier vermittelt, dass man dringend auf fremde Hilfe angewiesen ist. Die Bergretter rücken in genau solchen Situationen aus, um den Beteiligten im Notfall schnell Hilfe leisten zu können. Doch wie wird man überhaupt Bergretter? Wolfgangs hat genauer hingeschaut und zeigt, worauf es während der Ausbildung ankommt.

Die grundlegenden Voraussetzungen für eine Ausbildung

Generell betrachtet kann jede Person, die sich für die Ausbildung zum Bergretter interessiert, auch eine Anmeldung für die zweijährige Ausbildung abgeben. Doch mit dieser schriftlichen Bekundung des Interesses alleine ist es noch lange nicht getan. Zu hoch sind die Anforderungen an den zukünftigen Bergretter einfach, als dass man es sich erlauben könnte jeden für dieses vertrauensvolle Amt auszuwählen. Zwar handelt es sich bei der österreichischen Bergrettung um eine Vereinigung, die aus freiwilligen Personen besteht, jedoch ist die spätere Aufgabe an sehr anstrengende und komplizierte Aufgabeninhalte geknüpft, sodass man vorab die Spreu vom Weizen trennen muss. Nur so kann eine hochwertige Rettung des Hilfesuchenden im späteren Verlauf erstklassig gewährleistet werden.

Die folgenden grundlegenden Punkte müssen immer gegeben sein:

 

  • Ständige und somit ausnahmslose Erreichbarkeit und Einsatzbereitschaft
  • Berufliche Flexibilität, um spontan an Einsätzen und Ausbildungsinhalten teilnehmen zu können
  • Hohes Fitnesslevel, um im Gelände bestehen zu können
  • Ausgezeichnete psychische Stärke, um auch fordernde Situationen meistern und verarbeiten zu können
  • Bereitschaft ehrenamtlich und freiwillig mitzuwirken
  • Das 14. Lebensjahr muss bereits vollendet worden sein

Sind diese Basics gegeben, kann man sich für die Laufbahn als Bergretter anmelden. Allein in Tirol gibt es 92 Ortsstellen, an denen man seine Anmeldeunterlagen einreichen kann. Der Leiter der dortigen Ortsstelle wird im späteren Verlauf zusammen mit einem Ausschuss darüber entscheiden, wer für die Ausbildung zugelassen wird.

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Lehrjahre sind äußerst aktive Jahre

Eine Ausbildung muss sein, keine Frage, aber wer sich für die Ausbildung zum Bergretter entscheidet, der kann sich sicher sein, dass er vom ersten Moment an voll in die Abläufe eines Einsatzes integriert wird. Dies bedeutet, dass man selbst als Anwärter im ersten Jahr schon mittendrin im Geschehen ist und die persönliche Man-Power während des Einsatzes gefragt ist.

Wer also geglaubt hat, dass man nur hinter Büchern verschwindet und sich von Kurs zu Kurs hangelt, bevor man aktiv werden kann, der täuscht sich gewaltig. Selbstverständlich werden die Rettungseinsätze ebenfalls von erfahreneren Bergrettern mitbegleitet, sodass man als „Frischling“ noch immer eine Person mit dabei hat, die sich mit dem Geschehen schon längere Zeit auskennt.

Abseits der Bergrettung gehören Pflichtschulungen selbstverständlich auch dazu. Um die notwendigen Kenntnisse in den Bereichen Seiltechnik, Erste-Hilfe-Maßnahmen und Bergtechniken erlernen zu können, bedarf es unbedingt solcher Lehrinhalte.

Nach dem Anwärterjahr, ist vor dem Anwärterjahr

Obwohl sich das erste Anwärterjahr schon sehr aktiv gestaltet, bedarf es auf die gesamte Ausbildung gesehen einen langen Atem, um sich am Ende als waschechter Bergretter bezeichnen zu dürfen. Man kann daher durchaus sagen, dass man sich nach dem Anwärterjahr erst mit den wirklichen Hürden der Ausbildung befassen muss. Insgesamt stehen dann zwei Aufnahmeprüfungen an, in denen die Teilnehmer auf verschiedenste Art und Weise auf ihre Fähigkeiten hin getestet werden.

 

  • Die erste Prüfung, die im Sommer abgehalten wird, behandelt die Themen „Klettern“, Fortbewegung im steilen Gelände“, „Erste-Hilfe“ und „Bergungstechniken“. Zudem ist es unbedingt erforderlich einen Tourenbericht vorzeigen zu können. Hinzu kommt, dass man einen insgesamt 16 Stunden andauernden Erste-Hilfe-Kurs erfolgreich absolvieren muss.

 

  • Die zweite Prüfung kann im Großen und Ganzen als etwas einfacher angesehen werden, ist aber noch lange kein Selbstläufer. Man muss mit Blick auf die Stoppuhr dazu in der Lage sein einen Anstieg von 1000 Höhenmetern unter 120 Minuten zu meistern. Im Anschluss muss man die absolvierte Strecke auf Skiern wieder nach unten fahren. Als Bergretter muss man im verschneiten Gelände immer auf die vorherrschenden Gegebenheiten reagieren können, damit einer schnellen Erreichbarkeit und Versorgung des Hilfesuchenden nichts im Wege steht.

 

Nach erfolgreicher Absolvierung folgt die letzte Etappe. In einem Ausbildungszentrum werden weitere Techniken vermittelt, die bei der Bergung im Gelände relevant sein könnten. Auch diverse grundlegende Inhalte werden geschult bzw. bereits vorhandenes Wissen und Fähigkeiten werden intensiviert. Es folgt auch in diesem Teil der zweijährigen Ausbildung zum Bergretter eine eigene Abschlussprüfung.


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