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Selbstrettung aus der Strömung – wenn das Meer zur Falle wird

durch Philipp Bugert auf September 27, 2019

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Das Meer zaubert jedem innerhalb von wenigen Sekunden ein Lächeln ins Gesicht. Das kühle und schier unendliche Nass sorgt im Hochsommer für die notwendige Abkühlung und schafft es, innerhalb von wenigen Sekunden das absolute Sommerfeeling in einem hervorzurufen. Selbst diejenigen, die nicht zu den Wasserratten gehören, können dem Meer etwas positives abgewinnen und sich einfach an dem beruhigenden Anblick der Wellen erfreuen.

Die Statistiken bringen jedoch auch eine Tatsache ans Licht, die von vielen Meeresfans jedes Jahr aufs Neue vernachlässigt wird - das Meer kann zu einem bedrohlichen Schauplatz werden und das sogar meist schneller, als es dem einen oder anderen lieb ist. Gefährliche Meeresströmungen gehören zu den meistunterschätzten Gefahren während eines Strandbesuches. Allein in den USA müssen jedes Jahr durchschnittlich 50 Menschen sterben, weil die Gefahren einer Strömung nicht ernstgenommen wurden, oder das Wissen darüber schlichtweg nicht vorhanden war. Doch was ist eine Strömung überhaupt und wie kann man sich selbst retten, wenn es zu einer derartigen Gefahrenlage kommt? Wolfgangs schaut für dich etwas näher hin.

Die Gefahr einer Unterströmung

Tsunamis, Haie, Quallen und Co. – jeder kennt die potenziellen Gefahren, die innerhalb des Meeres auf einen lauern könnten, zu gut, handelt es sich bei diesen Beispielen doch ausschließlich um sichtbare Gefahrenquellen, auf die man meist sogar noch frühzeitig reagieren könnte. Anders hingegen beim Thema Unterströmung. Diese wird dem Badegast meistens erst dann ersichtlich, wenn es bereits zu spät ist und man dem Sog des Wassers ausgeliefert ist. Dies macht die im Meer vorherrschenden Strömungen umso respekteinflößender und unberechenbarer.

Immer dann, wenn Wellen auf einen Strandabschnitt treffen und im Anschluss darauf brechen, fließt kurze Zeit später das Wasser auch wieder dahin, wo es hergekommen ist – richtig, ins Meer! Alleine diese simple Bewegung des Wassers kann in einigen Fällen so kraftvoll sein, dass es einem einfach die Beine wegreist und man daraus resultierend mit ins Wasser gezogen wird. Dieser Unterstrom, der unter anderem auch Brandungssog genannt wird, sorgt in regelmäßigen Abständen dafür, dass das Meer für Badende zur Falle wird. Eine Befreiung ohne externe Hilfe ist oftmals nicht möglich, da der Sog eine enorme Kraft an den Tag legen kann.

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Größere Vorsicht bei Rippströmungen

Eine noch größere Gefahrenquelle stellt die sogenannte Rippströmung dar, die unter anderem auch unter dem Namen Brandungsströmung bekannt ist. Man kann statistisch betrachtet in etwa zusammenfassen, dass diese Strömungsart für rund 80% aller Badeunfälle verantwortlich ist.

Rippströme entstehen immer dann, wenn das Wasser nach der Brechung am Strand nicht ungehindert und gleichmäßig zurück in Richtung Meer gelangen kann. Sandbänke und Felsen sorgen unterhalb der Meeresoberfläche dafür, dass das Wasser ungleichmäßig an ihnen vorbei zurückfließt, sodass schlussfolgernd daraus ein viel stärkerer und vor allem gebündelter Sog entsteht. Dieser ist dazu in der Lage innerhalb von wenigen Sekunden den nichtsahnenden Badegast ins offene Meer hinauszuziehen und somit in eine lebensbedrohliche Situation zu katapultieren.

Wie gelingt die Selbstrettung aus einer Strömung

Auch wenn es keine hundertprozentige Garantie dafür gibt, dass man sich eigenständig aus einer Strömung befreien kann, so gibt es dennoch wichtige Verhaltensregeln, die man in einer solchen Situation stets versuchen sollte abzurufen und anzuwenden.

Man sollte zunächst immer versuchen die Gegebenheiten zu akzeptieren und nicht in Panik zu verfallen, da dies die gesamte Situation nur unnötig verschlimmern würde. Auch das von vielen überraschten Badegästen praktizierte Anschwimmen gegen die Strömung, erweist sich als sinnlos und kräfteraubend. Versuche ruhig zu bleiben und deine Energie stattdessen lieber aufzubewahren.

Eine Strömung kann problemlos Geschwindigkeiten von bis zu 9 km/h erreichen oder es mühelos bewerkstelligen, das Tempo pro Sekunde auf 2,5 Meter hochzukurbeln. Zur Verdeutlichung – bei einer solchen Beschleunigung würden sogar Olympiagewinner im Schwimmsport während eines direkten Duells dumm aus der Wäsche schauen. Die Devise lautet daher – Kräfte lieber aufbewahren und nicht versuchen, das nahezu Unmögliche doch möglich zu machen. Sollte es dazu kommen, dass du eine lange Zeit im Meer aushalten musst, dann kann jede einzelne Kraftreserve überlebenswichtig sein.

Lass dich besser eine Zeit lang von der Strömung hinausziehen und mittreiben, und versuche ab einem gewissen Zeitpunkt schräg zur Strömung in Richtung Ufer zu schwimmen. Falls die Kräfte mit der Zeit schwinden sollten, bietet es sich an eine Weile auf dem Rücken zu verweilen. Der Blick sollte währenddessen immer in Richtung Ufer bleiben. Es ist zudem außerordentlich wichtig, dass man sich bemerkbar macht. Auch wenn die gesamte Situation sehr fordernd ist – versuche mit Winkbewegungen auf dich aufmerksam zu machen.

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