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Lagerfeuer machen wie ein Profi – die wichtigsten Infos im Überblick

durch Philipp Bugert auf October 04, 2019

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Nicht nur, dass das Feuer machen das Erlebnis in der Natur um ein vielfaches intensiver und authentischer gestaltet – neben den rein optischen Vorteilen kann es in der Wildnis auch maßgeblich dafür verantwortlich sein, ob man überlebt oder nicht. Ein Feuer wärmt, steigert nachweislich die Motivation, wehrt gefährliche Tiere und Insekten ab und stellt sicher, dass man erlegte oder gefangene Tiere im Notfall nicht roh verspeisen muss. Wie hochmodern der Mensch sich auch manchmal gibt, oder bewusst auch geben möchte – eine solch ursprüngliche und grundlegende Sache wie ein Feuer, macht einem schnell wieder bewusst, dass man eigentlich gar nicht so wichtig ist, wie man immer glaubt. Es zeigt einem auf, dass so kleine und vermeintlich unwichtige Dinge wie ein Lagerfeuer, doch wichtiger für uns sind und mehr in uns auslösen, als wir geglaubt haben. Wolfgangs zeigt dir in folgendem Bericht, wie du ein Lagerfeuer wie ein Profi machst und was es zu beachten gilt. So wird dein nächster Outdoor-Trip zu etwas ganz Besonderem.

Die richtige Vorbereitung

Wie du es schaffst, ein Feuer ohne Feuerzug zu machen, haben wir bereits in einem zurückliegenden Beitrag thematisiert. Um sicherzustellen, dass dein nächstes Lagerfeuer ein voller Erfolg wird, es lange brennt und auch sicherheitstechnische Punkte gut abdeckt, ist allerdings auch eine intensive Vorbereitung und Planung entscheidend. Das schlichte Erzeugen von Glut und einer Flamme ist eine Sache. Ein Lagerfeuer zu machen deckt aber noch viele weitere Punkte ab, die man sich während seines Outdoor-Abenteuers unbedingt beherzigen sollte.

In der Vorbereitung sollte man folgende Punkte beleuchten:

 

  • Windschutz fokussieren: Nur ein windgeschützter Feuerplatz stellt sicher, dass die Flammen nicht zu einem unkontrollierbaren Inferno ausbrechen. Eine windige Position würde nicht nur dafür sorgen, dass das Feuer dauerhaft angefeuert wird und somit auch schneller verbrennt, sondern vielmehr könnte auch der Funkenflug zu einer Gefahr für Mensch und Equipment werden. Versuche demnach immer für einen ausreichenden Windschutz zu sorgen.

 

  • Vorsicht bei nassen Steinen: Lasse bei der Wahl eines geeigneten Windschutzes nasse Steine erstmal außen vor, da diese zu einer weiteren Gefahr werden könnten. Durch die Einwirkung der hohen Hitze neigen besonders nasse Steine schnell mal dazu im Inneren eine Spannung aufzubauen, die sich entladen könnte. Diese gesprungenen Steine können demnach schnell zu bedrohlichen Geschossen werden. Wer die Steine zunächst in sicherer Entfernung der Flammen trocknen lässt, muss keine Sorge haben.

 

  • Die Wahl des Feuerplatzes: Nur, weil eine Fläche sicher aussieht, bedeutet dies noch lange nicht, dass dieser Eindruck auch der Wahrheit entspricht. Vor allem weicher und lockerer Boden neigt oftmals dazu abzusacken, wenn man ihn als Fläche für ein Lagerfeuer nutzt. Die Glut kann dadurch ungehindert auf die Wurzeln im Boden überspringen und einen Wurzelbrand auslösen. Achte auf eine feuerfeste Machart, damit dieses Risiko möglichst klein bleibt.

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Lagerfeuer wie ein Profi - die Wahl des richtigen Brennmaterials

Hast du schon mal eine Feuerzeug-Flamme für eine längere Zeit an einen Baumstamm oder an einen dickeren Ast gehalten? Wie du sicherlich feststellen konntest, warst du nach Beendigung der Aktion bestimmt noch meilenweit von einem richtigen Feuer entfernt. „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts!“.

Ein Feuer ist nicht einfach nur ein Aufeinandertreffen von Flammen und Holz, sondern vielmehr eine gutgeplante Aneinanderreihung von entscheidenden Ereignissen und Materialien, die am Ende das angestrebte Flammenspiel erschaffen. Versuche in der Natur deine Augen immer nach geeignetem Brennmaterial offenzuhalten, da dieses dir das spätere Anfeuern unglaublich erleichtern kann:

 

  • So eignen sich als Zunder beispielsweise die Samen von Pusteblumen hervorragend, doch auch Disteln oder getrocknete Rohrkolben können einen beachtlichen Effekt erzielen. Selbstverständlich sollte man auch die „Klassiker“, wie Laub und Gräser nicht außeracht lassen. Getrocknet sind sie problemlos dazu in der Lage als Zundermaterial zu dienen und das Feuer in Gang zu bringen.

 

  • Das Anfeuermaterial verfolgt den Zweck, das mit dem Zunder erzeugte Feuer aufrechtzuerhalten und „heranwachsen“ zu lassen, bevor es im Keime erstickt und dahinschwindet. Schnapp dir unbedingt den „König des Anfeuerns“, wenn er dir in der Natur zu Gesicht kommen sollte. Fichtenreisig hat den Vorteil, dass es selbst im nassen Zustand unglaublich stark brennt, da es mit vielen abgestorbenen und vertrockneten Ästchen bestückt ist, die keinerlei Feuchtigkeit aufweisen. Wenn du es nicht finden kannst, gibt es keinen Grund zur Panik. Natürlich eignen sich auch dünne Äste und Zweige fantastisch.

 

  • Das eigentliche Brennmaterial, ist die Art von Material, welches zum dauerhaften anfeuern des bereits geglückten Lagerfeuers dient. Sammele Äste, Stöcker, Zweige und Holzscheite jeglicher Dicke und halte dein traumhaftes Flammenspiel damit am Leben.

Der Aufbau des Lagerfeuers

Der Aufbau ist sehr wichtig für den Erfolg eines Lagerfeuers. Um die Chancen auf ein erfolgreiches Lagerfeuer möglichst hoch zu halten, sollte man im Vorfeld immer sicherstellen, dass der Kontakt zum Boden durch eine widerstandsfähige Schicht „gedämpft“ wird.

Diese Unterlage hat nicht nur den Vorteil, dass die ggf. vom Boden aufsteigende Feuchtigkeit zurückgedrängt wird, sondern sie ist auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass eine höhere Hitzeentwicklung stattfindet. Ein paar dickere nebeneinandergereihte Äste sind als Unterlage bereits völlig ausreichend und erfüllen ihren Zweck. Dies ist sehr vorteilhaft, weil das darauf platzierte Zundermaterial dann besser anfangen kann zu brennen.

Versuche immer darauf zu achten, dass das Zundermaterial auf der Unterlage immer so platziert ist, dass einer Glutbildung im späteren Verlauf nichts im Wege steht. Lege im Anschluss darauf das Anfeuermaterial in einer pyramidenähnlichen Formation um das Zundermaterial herum, um auf diese Weise eine zusätzliche Brennsicherheit zu gewährleisten. Egal, ob Fichtenreisig, Stöcker oder Zweige – achte einfach nur darauf, dass alles schön dicht beieinander steht und keine zu großen Lücken aufweist. Mit einer zusätzlichen rundum Formierung der kleineren und leicht brennbaren Äste sorgst du für weiteres Feintuning. Vergiss nicht eine kleine Stelle offen zu lassen, damit das Feuer später von dir entzündet werden kann.

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