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3 Tipps für eine Outdoor-Orientierung ohne technische Hilfsmittel

durch Philipp Bugert auf September 17, 2019

Outdoor-Orientierung-ohne-technische-Hilfsmittel-Karte-mit-Kompass-Wolfgangs

Es gibt Länder auf dieser Welt, die weisen eine solch gigantische und unvorstellbare Größe auf, dass man sich gar nicht vorstellen mag, wie es wohl ist, wenn man ohne technische Hilfsmittel zum nächstgelegenen zivilisierten Ort zurückkehren muss. Zwar hat man die riesigen Flächenverhältnisse Russlands, Kanadas, der Vereinigten Staaten und Co. stets vor Augen, jedoch weiß man die Größe erst richtig einzuschätzen, wenn man selber eine gewisse Zeit in einem solchen Land verbracht hat. „Groß“ kommt einem in diesem Moment nochmal hundertmal größer vor.

Obwohl Deutschland verglichen mit den zuvor benannten Ländern sehr dichtbesiedelt ist, gibt es auch bei uns Situationen, in denen man die Größe einer Region oder eines Geländes falsch einschätzt. Spätestens dann, wenn man sich während eines Outdoor-Abenteuers verlaufen hat, weiß man, dass auch in der so sichergeglaubten und vertrauten Landschaft ein gewisses Orientierungslosigkeit-Potenzial vorherrschen kann. Wenn Handy, GPS und andere technische Hilfsmittel versagen, oder gar nicht erst mitgenommen wurden, kann so ganz schnell eine waschechte Notsituation entstehen.

Egal, in welchem Teil der Erde eine solche Problematik auftauchen mag – Wolfgangs zeigt dir, wie du es schaffst eine gute Orientierung ohne technische Hilfsmittel sicherzustellen.

Der natürliche Kompass - die Sonne

Bei wolkenfreiem Himmel ist es sehr empfehlenswert, die Sonne als Orientierungshilfsmittel zu nutzen!

Über die zurückliegenden Jahrtausende hinweg haben viele verschiedene Völker sich die Himmelsstellung der Sonne zu nutzen gemacht, um anhand dessen eine ungefähre Orientierungsgrundlage zu haben. Auch in der Zeit von Tablets, Smartphones, Laptops und 5G-Internet hat sich an diesem großen Nutzen nichts geändert, außer, dass heutzutage die meisten einfach keine Lust haben solche „Oldschool-Methoden“ anzuwenden. Da die Orientierung mit Hilfe der Sonne unabhängig von einem Handynetz, Akku oder einer Batterie vonstattengeht, ist es äußerst empfehlenswert sich das Wissen darüber auch in der heutigen Zeit anzueignen. So bist du jederzeit unabhängig und gehst ein großes Stück sicherer in die Natur hinaus.

Es braucht 24 Stunden, bis die Erde es einmal geschafft hat, sich komplett um ihre eigene Achse zu drehen. Diese Drehung geht dabei gegen den Uhrzeigersinn vonstatten. Pro Stunde ergibt sich aus diesen Geschehnissen somit eine westliche Wanderung um jeweils 15°.

Aus diesen Tatsachen ergibt sich wiederum, dass die Sonne an ihrem höchsten Punkt des Tages in südlicher Richtung positioniert ist. Dies ist zumindest bei uns auf der Nordhalbkugel der Fall. Auf der Südhalbkugel muss man dementsprechend verkehrtherum denken, sodass sich eine nördliche Positionierung ergeben würde.

Dieses Wissen kann im Notfall Gold wert sein, weil man auf diese Art und Weise wieder in der Lage ist, die ungefähre Route in Richtung Zivilisation anzusteuern. Du weißt, dass sich in nördlicher Richtung eine Stadt befinden sollte? Bestens! Du hast nun die notwendige Orientierung zurückerlangt, um dich zur rettenden Stadt aufzumachen.

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Der Wind, der Wind, die Orientierung beginnt

Manchmal kann es durchaus helfen, sich an dem Rauschen und Pfeifen des Windes zu orientieren, denn, der Wind weiß die meiste Zeit tatsächlich, in welche Richtung es geht! Oft als nervig und kalt eingestuft, kann man dem Wind an dieser Stelle etwas sehr positives abgewinnen. In einer Phase der Orientierungslosigkeit kann er uns helfen, wieder die richtige Richtung im Gelände einzuschlagen, vorausgesetzt, dass man weiß, in welche Richtung er die meiste Zeit überhaupt weht.

In Deutschland pfeift der Wind beispielsweise sehr oft von Westen nach Osten. Dies kannst du während des nächsten Waldspazierganges oder längerem Aufenthalt in der Natur auch vielen Bäumen und Pflanzen ansehen. Teilweise kann man erkennen, dass sie eine leichte Neigung in die östliche Richtung aufweisen, weil der Wind sie über die zahlreichen Wachstumsphasen hinweg in diese Richtung gedrängt hat. Was der normalerweise gradlinigen Wachstumsrichtung der Bäume nun teilweise einen leicht optischen Knick gen Osten beschert hat, ist für dich im Notfall eine vorteilsbringende Orientierungsmethode, mit der du in etwa ablesen kannst, wohin du im nächsten Schritt laufen musst.

Ach ja – auch das Moos am Baumstamm kann sehr aufschlussreich sein. Meist ist die Seite, die dem Wind ausgesetzt ist mit mehr Moos besetzt, als die windgeschützte.

In anderen Ländern kann sich die Windrichtung selbstverständlich komplett anders gestalten. Erkundige dich im Vorfeld deiner Reise im Zweifelsfall am besten, welche Windrichtung für die angestrebte Region typisch ist. Diese kleine Info kann im Fall der Fälle extrem wichtig sein. Wenn du das Wissen nicht anwenden musst – umso besser! Es parat zu haben schadet aber keinesfalls. Wo unnötiges Equipment im Rucksack mit einer Belastung für Rücken und Schultern einhergeht, da ist nichtgenutztes Wissen im eigenen Kopf mit keinen Anstrengungen verbunden.

Orientierung ohne technische Hilfsmittel - Flüsse im Auge behalten

Der Mensch braucht das Wasser zum Überleben und dementsprechend ist es keine große Überraschung, dass Menschen es schon immer bevorzugt haben, in wassernähe zu wohnen. Wenn du einen Fluss entdeckst, kann es unter bestimmten Voraussetzungen somit sehr empfehlenswert sein, diesem einfach solange in Fließrichtung zu folgen, bis du die ersten Zeichen der Zivilisation entdeckst. Dieser Orientierungstrick ist sehr hilfreich und kann in nahezu jeder Situation sehr gut angewendet werden. Demnach solltest du dieses Wissen im Vorfeld eines Outdoor-Ausfluges immer im Hinterkopf bereit halten.

Selbstverständlich gilt es auch hier diese Strategie abhängig von individuellen Einflüssen vor Ort zu machen. In einigen Ländern lockt das kühle Nass nicht nur Menschen, sondern auch gefährliche Tiere an, die eine Abkühlung benötigen, oder auf der Suche nach Wasser sind. Vor allem in Bärenregionen ist von dieser Herangehensweise somit eher abzuraten.

Auch in der Wüste sollte man von der üblichen Strategie abweichen. Hier könnte es fatal enden, wenn du einem Fluss in Fließrichtung folgst, da viele der Flüsse sich irgendwann wortwörtlich im Sande verlaufen. In dieser bedrohlichen und trockenen Atmosphäre ist die entgegengesetzte Richtung eine deutlich bessere Entscheidung und du riskierst somit nicht, deine Situation noch zusätzlich zu verschlimmern.

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